14. Tag

In In Kürze:
Provinz: Castilla y León

12. Etappe: Burgos bis Hontanas

Provinz: Castilla y León

Wegstrecke: 32 km noch 467 km bis Santiago

Schritte gelaufen: 49’982

Gewicht gewogen: Eigengewicht 84.1kg / Zuladung (Rucksack) 13.9kg / Total 98 kg

Höhenunterschied: 220 m im Aufstieg und 150 m im Abstieg

Temperatur: morgens 6:30h nur 11 Grad bewölkt / ab Mittag 40+ sonnig, leicht bewölkt

Schuhwerk: Salomon Runners

Wasserkonsum: 4 Liter

Inventar an Blessuren:

linker Fuss: 1 grosse Blase an Ferse (1Tag ohne Pflaster)

kleine Blase am Aussenrist hinten (fast verheilt)

neu: kleine Blase an mittlerer Zehe

rechter Fuss: 1 mittelgrosse Blase hinten am Aussenrist (2. Tag ohne Pflaster)

Heute Morgen ging es um 6:30 in Burgos los, weil ein langer und beschwerlicher Weg bevorsteht.


Ab Burgos beginnt die Tierra de Campos, die Meseta, die zentralspanische Hochebene mit scheinbar unendlichen Getreidefeldern. Bis León dominieren teils zermürbendes flaches Gelände, Eintönigkeit und Monotonie. Viele Pilger haben Angst vor diesem Stück und nehmen bis León den Bus. Ich stelle mich der Herausfoderung und bin gespannt wie dieser Teil auf mich wirken wird und wie ich damit zurecht komme. Die Schönheit liegt hier vielleicht im Detail, in den wechselnden Farbenspielen der Felder, in den Sonnenblumenfelder und in den Gespräche mit den Pilgern.

Ich jedenfalls hab mich auf diese Etappe in Gedanken gut vorbereitet und gehe sie jetzt unvoreingenommen und mit Tatendrang an.


Der Weg aus Burgos hinaus zieht sich über 1 Stunde in die Länge ist aber gut markiert führt durch Parks und durch Baumalleen.


Dann wird auch noch der Rio Arlanzon der durch Burgos fliesst überquert.

Bis der Grossraum Burgos ganz verlassen ist vergeht nochmals eine Stunde. Dann geht der Weg wieder durch mittelalterlich anmutende Dörfer, die mit ihren massiven Steinhäuser gut in die Landschaft passen. Über Feldwege wandere ich alleine durch endlose Getreidefelder und begegne nochmals deutlich weniger Pilgern als letzte Woche.


In der Mittagszeit bin ich in Hornillos del Camino und esse nur ein Bocadillo und trinke 2 Cola. Dieser Ort war früher eine wichtige Pilgerstation mit mehreren Pilgerhospitälern und eine im 12 Jh. gegründete Leprastation.


Dann geht es weiter, die Hitze steigt nun gegen 40 Grad und ich komme an meine Leistungsgrenze…


Deshalb wird im nächsten Dorf bei km 469 Boxenstopp nötig….


Auch in Spanien tragen die Frauen schöne Stiefel 👍

Später treffe ich Eric, einen franz. Flugkapitän, der auf seiner Gitarre spielt und läuft. Ich spreche ihn darauf an. Er leidet an einem Burnout und sein Arzt riet ihm, den Camino zu laufen und zu musizieren.


Gegen 16h komme ich endlich in meinem Etappenziel in Hontanas an. Der Ort wird erst ca. 500 m vor dem Ortsanfang sichtbar, weil er in einer Senke steht und man bis kurz davor in einer Hochebene läuft. Es hat diverse Aubergues und Hostals und eine gute Hand führt mich unbeabsichtigt in die bis anhin beste private Aubergue. Sie wird durch ein Ehepaar geführt, das den Camino selbst schon 2x gelaufen ist und deshalb bestens auf die Bedürfnisse der Pilger eingeht. Ich bekomme zwar erstmals ein Kajüttenbett oben zugewiesen. Aber meine Bettnachbarin unten im Bett, Hélène aus Paris, ist sehr nett und wir verstehen uns gut. Deshalb beschliessen wir am nächsten Morgen zusammen loszumarschieren.

Diese Herberge kocht für alle Pilger und man kann zwischen diversen Gerichten auswählen.


Ich entscheide mich für schwarze Linsen, gefolgt von Poulet mit Pommes und Helado (Glacé) zum Nachtisch. Ich schreibe danach noch etwas am Blog und gehe früh zu Bett.




Der Hammer ist der Kollege vom Chef (der Kollege erinnert mich an Don Pepe). Dieser giesst Wein aus der Karafe über seine Nase und trinkt über den vorgeschobenen Unterkiefer ohne dass ein Tropfen daneben geht..


…und sogar über die Stirne via Nase in den Mund…


Salud!