16. Tag

In In Kürze:
Provinz: Castilla y León
14. Etappe: Frómista bis Carrión de los Condes
Provinz: Castilla y León
Wegstrecke: 28 km noch 413 km bis Santiago
Schritte gelaufen: 30’994
Gewicht gewogen: Eigengewicht 84.1kg / Zuladung (Rucksack) 13.9kg / Total 98 kg
Höhenunterschied: 220 m im Aufstieg und 150 m im Abstieg
Temperatur: morgens 6:30h nur 11 Grad  / ab Mittag 40+ ganzer Tag wolkenlos
Schuhwerk: Salomon Runners
Wasserkonsum: 5 Liter
Inventar an Blessuren:

linker Fuss: 1 grosse Blase an Ferse (fast verheilt)

kleine Blase am Aussenrist hinten (fast verheilt)Neu: Schürfung an Ferse oberhalb Blase
rechter Fuss: 1 mittelgrosse Blase hinten am Aussenrist (fast verheilt)
Neu: kleine Blase an 2. Zehe
Der Weg führt weiter über gut markierte Feldwege in fast unendlichen Weiten.



Ich bin heute alleine unterwegs, weil ich mein eigenes Tempo laufen möchte. Trotzdem treffe ich unterwegs immer mehr Menschen, welchen ich schon früher begegnet ist. Mir kommt es vor wie eine grosse Karavane, die sich langsam westwärts bewegt. Jeder in seinem eigenen Tempo, mit seinem eigenen Rucksack (Ausnahme die wenigen, die ihr Gepäck von einem Ort zum andern transportieren lassen) und jeder aus seinen eigenen Beweggründen. Die endlosen Weiten können einem fast entmutigen. 

Deshalb bringen einem gute Karrikaturen zum Schmunzeln 



Der erste Kaffehalt mach ich bei einer mit Tippi Zelten und esse Tortilla zum Frühstück

Irgendwohin muss das viele Getreide auch transportiert werden


…und schliesslich gelagert 



Zwischendurch muss man ständig viel trinken, um den Wasserverbrauch zu kompensieren. Komischerweise muss ich tagsüber meistens nur 1x Wasserlösen. 
Die Cola-Automaten stehen in jedem Dorf und dienen auch ab und zu als Wegweiser 

Ich halte mich auch mit Musik aus dem i-pod über Wasser und staune über die vielen Windanlagen. 

Ich vermute, dass Spanien ein Grossteil aus dieser alternativen Energiequellen generiert. Dabei kommt mir in den Sinn, dass Andreas, der österreichische Mittelschulleiter, mir im Casa Austria in Los Dios gesagt hat, dass Österreich rund 80% der Energie aus Wasser (Hydro Energie) gewinnt und das einzige Atomkraftwerk nach der Fertigstellung in Zellendorf stilllegte (soll heute als Museum dienen). Die Schweiz ist doch bekannterweise das Wasserschloss Europas. Soviel ich weiss, generiert die Schweiz je 1/3 aus Wasser, 1/3 aus Atomenergie und 1/3 aus Importen und alternativen Energien. Warum wird nicht die Wasserenergie massiv hochgefahren? Und könnte damit langsam die Atomenergie ablösen.  Wenn Österreich 80% aus Hydro-Energie gewinnt, kann die Schweiz doch mindestens 50-60% auch aus Wasserspeicher gewinnen und zusätzlich die Solar- und Windenergie hochfahren. Warum kann die Jurakette nicht mit kilometerlangen Windturbinen ausgerüstet werden? Dort oben wohnen wenig Menschen und es windet ständig.

In Spanien stehen aneinandergereiht mehrere 100 km Windanlagen 

Ich komme früh an in Carrión de los Condes und esse zuerst Kohlenhydrate, um meine Energiespeicher zu füllen (carbo loading)

Natürlich darf auch ein kühles Bier nicht fehlen (obwohl gefroren sollte es nicht sein)

Danach entscheide mich in ein Hostal einzuquartieren und die Zeit zu nutzen meine Wäsche zu waschen. Das Trocknen geht hier bei diesen hohen Temperaturen der schnell.

Zum Nachtessen hab ich mit Hélène, der Französin, Frank dem Psychiater aus Holland und Pietro, dem Anwalt aus Rom abgemacht und erlebe einen geselligen Abend.


Morgen wollen wir alle zusammen um 6:30 loswandern.

Buenos noches