17. Tag

In In Kürze:Provinz: Castilla y León

15. Etappe: Carrión de los Condes bis Terradillos de los Templarios

Provinz: Castilla y León

Wegstrecke: 27 km noch 387 km bis Santiago

Schritte gelaufen: 37’910

Gewicht geschätzt: Eigengewicht 84 kg / Zuladung (Rucksack) 13 kg / Total 97 kg

Höhenunterschied: 90 m im Aufstieg und 40 m im Abstieg

Temperatur: morgens 6:30h nur 11 Grad / ab Mittag 40+ ganzer Tag wolkenlos

Schuhwerk: Salomon Runners

Wasserkonsum: 5 Liter

Inventar an Blessuren:

linker Fuss: 1 grosse Blase an Ferse (fast verheilt)
kleine Blase am Aussenrist hinten (fast verheilt)
Schürfung  an Ferse: fast verheilt 

rechter Fuss: 1 mittelgrosse Blase hinten am Aussenrist (fast verheilt)

kleine Blase an 2. Zehe: eitert


Heute steht eine “heisse” Etappe vor mir. 

Ich trage erstmals keine Knieschoner, um den Farbunterschied auszugleichen.

Deshalb hab ich mich schon um 6h mit Frank, Pietro und Hélène vor dem Café verabredet. Bis alle hier sind, ihren Café getrunken und Tortilla gegessen haben ist es bereits 6:50 bis es endlich los geht. Der Jakobsweg führt 1 Marschstunde hinter Carrión de los Condes über die Originalroute, die alte Römerstrasse “via Aquitane”. Diese Route hat es in sich: sie ist 12 km lang und absolut schnurgerade und schattenlos. Ich möchte niemandem raten diesen Weg nachmittags zu laufen. Sogar am Vormittag ist dieser Weg bei wolkenlosem Himmel eine Qual. Ich verbrauche auf diesen 12 km fast 3 l Wasser und bin froh, dass bei km 6 ein Boxenstopp eine Sitzmöglichkeit im Schatten bietet. Ich kann dabei der Versuchung nicht standhalten spanische Würste vom Grill zu probieren. 


Dann geht es in zügigem Tempo weiter, wobei Frank und Pietro zurückfallen. Nur Hélène kann meinem Tempo standhalten und mitziehen. Getreidefelder links und rechts, in der Mitte die schnurgerade Römerstrasse und oben der wolkenlose, blaue Himmel. Keine Bäume, keine Sträucher einfach nichts…fast surreal. Meine Gedanken glühen unter der Sonne und kreisen nur darum, es möglichst schnell  bis zum Friedhof (Zufall) von Calzadilla de la Cueza zu schaffen. Fast geschafft als nach knapp 2 Stunden (Guide gib 2:45 vor) endlich der Glockenturm in Sichtweite kommt. Uff, bin froh diese Tortur hinter mir zu haben und trinke  gleich nach Ankunft an der Bar 1 Liter Wasser in 30 sek gefolgt von einem Coke (das geht sofort ins Blut und gibt Energie).


Dann geht es über Feldwege weiter unter praller Sonne. Weiterhin unendliche Weizenfelder.

Das muss ein spanischer Witz sein! Ich schmachte bei 40 Grad und hier warnt ein Zeichen vor Schneeglätte…

Manchmal sind die Wegweiser am Boden…

…und auch die Liebeserklärungen

Dann folgen wieder unendliche Kornfelder


Ich hoffe bis Samstagmorgen in León zu sein und damit das span. Outback überwunden zu haben.
Die öffentliche Aubergue in Terradillos de Templarios ist gegen 14h erreicht und ich erleichtert.

Die Waschstation ist zweckmässig und praktisch eingerichtet

Hier sehe ich einen Baum wie in weisser Blüte aber es sind seine Blätter


Buen camino!