19. Tag

In In Kürze:
Provinz: Castilla y León

17.  Etappe von Bercianos del Real Camino bis Puente Villarente

Wegstrecke: 34 km noch 350 km bis Santiago

Schritte gelaufen: 

Gewicht geschätzt: Eigengewicht 84 kg / Zuladung (Rucksack) 13 kg / Total 97 kg

Höhenunterschied: 150 m im Aufstieg und 120 m im Abstieg

Temperatur: morgens 6:30h nur 11 Grad / ab Mittag 38 Grad, ganzer Tag wolkenlos
Schuhwerk: Salomon Runners
Wasserkonsum: 3 Liter

Inventar an Blessuren:
linker Fuss: 1 grosse Blase an Ferse (fast verheilt)
kleine Blase am Aussenrist hinten (fast verheilt)
Schürfung an Ferse: fast verheilt 

rechter Fuss: 1 mittelgrosse Blase hinten am Aussenrist (fast verheilt)

kleine Blase an 2. Zehe: besser


Kurz vor León in Reliegos endet endlich die Meseta, die Tierra de Campos oder für mich einfach das span.Outback. 

Ganz in der Ferne erwarten uns hinter León die Montes de León. Diese werden wir in den nächsten Tagen zu überqueren haben und ich habe mir sagen lassen, dass der höchste Punkt höher sein wird als in den Pyrenäen. Also nochmals eine Knacknuss, aber ich bevorzuge die steilen Aufstiege als tagelang durch heisses Flachland zu laufen.

Ich starte heute morgen um 6:30 mit Ana aus Barcelona zu wandern.


Es steht eine lange Etappe mit heissen Temperaturen bevor. Ana (45) ist vor 3 Wochen, also eine Woche vor mir, in Frankreich gestartet. Ana ist Designerin und nicht ganz so schnell wie Hélène unterwegs aber dafür auch sehr unterhaltsam und erzählt mir viel über sich und Spanien. Vor allem über den Konflikt zwischen Andalusien, das sich vom Rest von Spanien abspalten will. Dabei muss man wissen sind auch Navarra und die autonome Provinz Baskenland zwei reiche Teilgebiete, die mehr in den spanischen Haushalt einzahlen, als was sie daraus bekommen.

Um 9h machen wir an einer Bar Kaffeehalt, um uns zu stärken. Dort treffen wir wie meistens auf andere Pilger. Ich komme mit der Neuseeländerin Sally sowie mit der Australierin Gemma ins Gespräch und beschliesse nach der Pause mit ihnen zu wandern. Die beiden sind mir schon früher aufgefallen, dass sie auch schnell unterwegs sind. Gemma (35) ist Apothekerin und wohnt und arbeitet an der Goldcoast (Surfers Paradise) in Queensland/Australien und ist wie ich in St. Jean Pied de Port  (SJPDP) vor 2 Wochen gestartet. Sally (54) Hausfrau kommt aus der Nähe von Auckland und ist schon seit dem 19. Juni unterwegs. Sie ist in Frankreich (750 km vor SJPDP) gestartet. Zu ihnen gehört noch Serna (67) aus Sydney, aber diese ist im Moment mit dem Velo unterwegs bis León wegen Knieproblemen. Zu dritt kommen wir gut und schnell vorwärts. 


Zur Mittagszeit sind wir in Mansilla de los Mulas und dort fliesst der Rio Esla durch. Gemma berichtet aus ihrem Guide, dass es hier am Fluss eine Stelle zum Baden mit Sandbank (beach) gibt. Wir suchen die Stelle und finden sie an einem schönen Schattenplatz. Wir alle wollen der brütenden Hitze entgehen und wagen uns ins laufende Gewässer. Mit Schrecken müssen wir feststellen, dass das Wasser eiskalt ist ca. 12 Grad. Vermutlich kommt es direkt aus den Bergen. Trotzdem überwinden wir uns ins eiskalte Wasser kurz einzutauchen und uns abzukühlen. Länger als eine Minute hält es aber keiner aus – Krämpfe in Füssen und Beinen drohen. Wir gehen also schnell wieder an Land und geniessen den mitgebrachten Picknick und machen nachher wie die Spanier in der heissen Mittagszeit kurz Siesta. 


Die Abkühlung hat wirklich allen gut getan und mit zwei Stunden Verspätung setzen wir unseren Weg wie frisch geduscht fort.

Gegen 17h kommen wir in Puenta Villarente an. Gleich am Ortsanfang sehen wir einen grossen Pool, der zu einem Hostal mit zugehöriger Albergue gehört. Wir überlegen nicht lange als wir sehen, dass die Albergue nur € 5 kostet und das DZ € 60 Nachdem wir mit dem Besitzer gesprochen haben offeriert er uns peziellen Pilgerpreis im Hostal zuerst für € 20 dann für € 15 pro Person. 

Wir sind überglücklich und checken sofort ein. Die einen in der Albergue für € 5, die anderen für € 15 im DZ und ich im EZ für € 20. Wir geniessen zuerst den tollen Pool bis zum Nachtessen wo wir uns mit Ana, Hélène und Serna zu 6 verabreden. Ana, die Spanierin, führt uns zu einem guten Restaurant das jeden am Schluss € 12 kostet.



Buen provecho!