2. Tag

In Kürze:

2. Etappe:  Roncevalles bis Zubiri

Wegstrecke:  27 km

Gewicht: Eigengewicht 85 kg / Zuladung (Rucksack) 17 kg / Total 102 kg

Höhenunterschied: 240 m im Aufstieg und 700 m im Abstieg

Temperatur: 35 Grad

Landschaft: eine landschaftlich sehr ansprechende Etappe durch dichte Pinienwälder und das Pyrenäenvorland, gesäumt von kleinen Dörfern.

Der konstante steile Abstieg ist mir in die Knochen bzw. in die Füsse gefahren.


Obwohl ich in der Vorbereitungsphase nie über Probleme klagen musste, habe ich auf dieser 2. Etappe an der Ferse eine grosse Blase eingefangen. Sonst litt ich weniger als am ersten Tag, aber die grosse Hitze und das feuchte Klima machten mir zu schaffen. Ich bin mit 2 Kanadierinnen und einem Filipino unterwegs gewesen und wir haben uns gut unterhalten. Die beiden Frauen sind Lehrerinnen und der Filipino ist Filmproduzent.

Am meisten beeindruckte mich die Begegnung eines deutschen Vaters aus Thüringen mit seinen beiden Söhnen (8 und 11 Jahre). Sie marschieren jedes Jahr 6 Wochen auf dem Jakobsweg, schlafen draussen ohne Zelt und verköstigen sich selbst. Dieses Jahr pilgern sie von le Puy (Zentralmassiv in Frankreich) bis Pamplona.


Der Rucksack des Kleinen reichte ihm bis zu den Knien.

Am Schluss dieser Etappe schmerzten nicht nur meine Füsse sondern auch die Schultern, weil ich zuviel auf dem Rücken trage. Ich entschloss mich deshalb in Pamplona 4-5 kg nach Hause zu schicken, weil ich mir meinen Rücken bis Santiago nicht kaputt machen will.

Zum Dessert nach dem Lunch unterwegs liess ich mir meine Lindt Schokolade schmecken


Zwischendurch sieht man immer wieder komisches und auch amüsantes:


Schuhe werden einfach auf dem Weg deponiert…tztzt 👎


…oder hier soll Heiratswiligen geholfen werden, indem sie ihre Unterwäsche deponieren…es findet sich mehrheitlich Damenunterwäsche im Korb..;-)

Zudem entschloss ich mich nach Ankunft in Zubiri, dass ich diese Nacht in einer privaten Pension in einem Einzelzimmer übernachten werde. Ich wollte wieder einmal durchschlafen und nicht durch diverse menschliche Geräusche dauernd geweckt werden. Der Zimmerpreis von € 27 war absolut ok auch wenn mehr als doppelt so teuer wie in der offiziellen Albergue, die mich nach Augenschein aber eher an eine Gefägnisszelle erinnerte. Die Pension bot zusätzlich noch ein gemeinsames Wohnzimmer und Küche mit Waschmaschine (natürlich zum selber waschen ohne VIP Service wie am Vortag).

Zubiri liegt direkt am Rio Arga.  Dieser erinnerte mich stark an die Maggia und Versasca im Tessin. Deshalb liess ich mir ein Bad in der Unterhose nicht nehmen.


Weil Pilger in den meisten Restaurants 3-Gang Pilgermenüs zu reduzierten Preisen (meistens zwischen € 9-12) geniessen, liess ich es mir auch nicht nehmen und bestellte Salat mit Ziegenkäse als Vospeise und zum Hauptgang Paella mit Hühnerfleisch. Zum Dessert gönnte ich mir eine Crème Catalan (sorry hier heisst sie Navarra). Wegen dem Gewicht  mach ich mir keine grossen Sorgen, mit dem täglichen Marschprogramm verbrennt man zwischen 5’000-6’000 Kalorien.

Zufrieden bin ich dann gegen 22h ins Bett und hab es genossen in einem Einerzimmer zu schlafen.