21. Tag

In In Kürze:
Provinz: Castilla y León

19. Etappe von León bis Villavante

Wegstrecke: 30 km noch 288 km bis Santiago

Schritte gelaufen: 40’752

Gewicht geschätzt: Eigengewicht 84 kg / Zuladung (Rucksack) 13 kg / Total 97 kg

Höhenunterschied: 110 m im Aufstieg und 70 m im Abstieg

Temperatur: morgens 6:30h nur 10 Grad / ab Mittag 38 Grad, ganzer Tag wolkenlos

Schuhwerk: Salomon Runners
Wasserkonsum: 4 Liter
Inventar an Blessuren:
linker Fuss: 1 grosse Blase an Ferse (fast verheilt)
kleine Blase am Aussenrist hinten (fast verheilt)

rechter Fuss: 1 mittelgrosse Blase hinten am Aussenrist (fast verheilt)

kleine Blase an 2. Zehe: fast verheilt

An dieser Stelle möchte ich allen, die einen oder mehrere Kommentare geschrieben haben, ganz herzlich danken. Das gibt mir immer wieder von neuem Kraft, Zuversicht und spornt an durchzuhalten, wenn es mir manchmal nicht so gut geht und ich z.B. unter der Nachmittagshitze leide. Bitte habt aber Verständnis dafür, dass ich aus Zeitgründen nicht auf die Kommentare antworten kann. Aber ich lese jeden Kommentar und schätze es sehr. Die, die noch keinen Kommentar geschrieben haben möchte damit ermutigen es zu tun. Das belebt den Blog.


Heute Sonntag bin ich bereits seit 3 Wochen unterwegs. Damit ich mein Ziel in der vorgenommenen Zeit erreiche, wird es nötig sein, dass ich ab heute täglich mindestens 30 km laufe, ungeachtet des Höhenprofils.  Das wird nicht ganz einfach sein, aber ich bin gut eingelaufen und vor allem in den bevorstehenden Bergetappen hoffe ich, kommt meine gute Kondition zum tragen. 


Der Weg führt teilweise entlang der wenig befahrenen Landstrasse.


Ich laufe diese Etappe mit Gemma (Aus) und Michelle (NZ&NL). Michelle ist heute morgen schon früher in León losgelaufen aber Gemma und ich holen sie bis zum Kaffeehalt ein. Michelle, (40+), Biologielehrerin an einem Gymnasium in Holland, ist etwas handicapiert mit ihren Füssen. Diese sind mit vielen Blasen gekennzeichnet und zudem schwellen ihre Füsse in der Hitze an. Gemma und ich verlangsamen deshalb unser Tempo damit Michelle mithalten kann.


Zwischendurch müssen kleine Anstiege überwunden werden. In der Hitze ohne Schatten ein schweisstreibendes Unterfangen.


Die Landschaft hinter León wird grüner aber immer noch sehr weit und flach. 

Zum Lunch stärke ich mich meistens mit Salat


…und lokale Beilagen wie diese mit Knoblauch frittierten Kartoffeln und Calemares.

Eine Bewässerungsanlage nutzen wir zum duschen in Vollmontur. Die Frauen schicken mich voraus

…erst dann wagen sie es auch 

Nachdem wir den Grossraum León verlassen haben, geht es auf eine locker bewachsene Hochebene. Der Original Jakobsweg folgt hier der Autobahn. Wir nehmen die Alternative, welche über ländliches Gebiet und durch Dörfer führt.

Pilgerplastiken findet man oft und in diversen Grössen und Formen

Zum Schluss des Tages wird nochmals Nervenstärke gefragt. Eine rund 10 km schnurgerade Landstrasse ohne Schatten, unter glühender Hitze muss passiert werden.

Zum Glück hat es auf halbem Weg einen Bewässerungskanal. Hier können wir unsere Füsse im eiskalten Wasser abkühlen. Wow  das tut gut!

Auch ich lass mir diese Abkühlung nicht entgehen 👍

Dann geht es weiter bis wir endlich zum Etappenziel in Villavente eintreffen. Hier ist die Auswahl nicht schwer: es gibt nur eine öffentliche Albergue. Michelle wäscht freundlicherweise auch meine Wäsche dafür helfe ich beim Aufhängen. Dann gehen wir zu dritt vor dem Nachtessen in die einzige Bar am Ort und trinken je 3 Bier. 

Gemma ist die bisher einzige Frau, die ich gesehen habe, die sich seit SJPDP über keine einzige Blase an ihren Füssen beklagen musste. Glücksfrau! Vielleicht liegt es daran, dass sie früher nebenbei in Surfer’s Paradise als Surf- und Lifeguard freiwillig diente. Sie läuft in ganz normalen Nike runners. 

Unser Schlafsaal mit 30 Betten ist zweigeteilt: trotzdem höre praktisch den ganzen Abend nur lautes italienisches Geplapper und Gekicher bis weit nach dem Lichterlöschen um 22h.
Morgen wird es wieder ein heisser und langer Tag werden und langsam geht es in die Berge.

Buenos noches!