22. Tag

In In Kürze:

Provinz: Castilla y León
20. Etappe von Villavante bis Santa Catalina de Somoza
Wegstrecke: 27 km noch 261 km bis Santiago
Schritte gelaufen: 41’808
Gewicht geschätzt: Eigengewicht 84 kg / Zuladung (Rucksack) 13 kg / Total 97 kg
Höhenunterschied: 280 m im Aufstieg und 30 m im Abstieg
Temperatur: morgens 6:30h nur 8 Grad / ab Mittag 38 Grad, ganzer Tag wolkenlos
Schuhwerk: Salomon Runners

Wasserkonsum: 4 Liter

Inventar an Blessuren:

linker Fuss: 1 grosse Blase an Ferse (fast verheilt)

Neu: kleine Blase am Aussenrist hinten 

rechter Fuss: 1 mittelgrosse Blase hinten am Aussenrist (fast verheilt) w

Wassertürme sind in den Dörfer in den Ebenen nötig, um den Wasserdruck in den Haushalten gewährleisten zu können

Nur noch kurz präsentiert sich die Lanschaft weit und flach

Dann wird es merklich hügeliger und grüner. Das merkt man auch daran, dass es jetzt Kühe und keine Schafe mehr hat.

Morgens ist es nun merklich kühler 

Im Ort Hospital de Órbigo überqueren wir die ab dem 10./11. Jh. auf römischen Fundamenten errichtete, 20-bogige Brücke über den Rio Órbigo. Sie ist mit knapp 300 m die längste am Jakobsweg.

Berühmt wurde die Puento de Órbigo durch den Passo honroso, den tapferen, wenn auch schon damals etwas unzeitgemässen Lanzenkampf des Ritters Suero de Quiñones. Im Heiligen Jahr 1434 gelobte der Edelmann, 15 Tage vor und nach dem 25. Juli, dem Tag Santiagos, mit neun Genossen gegen jeden über diese Brücke kommenden Ritter zu kämpfen. Durch die edle Tat wollte er sich von der Halsfessel befreien, die er jeden Donnerstag als Zeichen seiner unglücklichen Liebe für eine Edeldame anlegte. Zahllose Ritter eilten in den Ort. Don Suero und seine wackeren Freunde besiegten 166 Ritter; so befreite er sich schliesslich von seiner Liebesfessel. Auf der anderen Seite der Brücke entstand um das im 12. Jh. als von Rittern des Johanniterordens gegründete Pilgerhospiz.


Ich bin diesen Morgen mit Gemma und Michelle gestartet. In der Kaffepause auf der anderen Seite der Brücke in Hospital hab ich mich von Michelle verabschiedet, weil sie einen Gang zurückschalten wollte und ich einen Gang höher. 
Zusammen mit Gemma bin ich dann in zügigen Tempo (wir haben alle vor uns laufenden Pilger überholt) losmarschiert. 

So sind wir schon zur Mittagszeit in Astorga, dem Etappenziel von Gemma, angekommen. Ich will noch weiter, um einerseits mein Tagespensum wenigstens annähernd zu erfüllen aber noch wichtiger, um einen Teil der ersten Bergetappe schon heute anzugehen. 


Gemma und ich wären gerne noch weiter zusammen gelaufen, weil wir den gleichen Pace haben. Aber sie muss erst 3 Tage nach mir in Santiago sein, weil sie erst Ende August via Barcelona zurück nach Australien fliegt. So haben wir zusammen zum Lunch feine, frisch zubereitete Bocadillas mit Bier genossen und über down under geplaudert, bevor sich unsere Wege trennten. 

Links steht eine Pilger Plastik

Hab noch keinen Pilger gesehen (ausser dieser Plastik), der mit Koffer am Rücken unterwegs war…


Hier meine Unterkunft in Santa Catalina de Somoza:

Ich bin dann alleine in gutem Schritt noch bis Santa Catalina de Somoza auf 983 m.ü.M hochgestiegen und hab mich dort in einem rural Hostal für € 20 in ein Einerzimmer einquartiert. Ich wollte in Ruhe schlafen können und ausgeruht die erste anstrengende und lange Bergetappe am nächsten Morgen angehen.

Nach einem feinen Pilgermenü (Spaghetti / Schnitzel mit Pommes / Eiscreme) hab ich noch am Blog gearbeitet und zwischendurch Hemd, Socken und Unterwäsche von Hand gewaschen und zum Trocknen aufhängt. Gegen 23h bin ich müde aber zufrieden und mit Vorfreude auf die bevorstehenden Bergetappen eingeschlafen. 

Buenas noches!