24. Tag

In In Kürze:

Provinz: Castilla y León
22.  Etappe von El Acebo bis Cacabelos
Wegstrecke: 32 km noch 197 km bis Santiago
Schritte gelaufen: 50’523
Gewicht geschätzt: Eigengewicht 84 kg / Zuladung (Rucksack) 13 kg / Total 97 kg
Höhenunterschied: 65 im Aufstieg und 647 m im Abstieg

Temperatur: morgens 6:30h nur 8 Grad / ab Mittag 35Grad, ganzer Tag wolkenlos
Schuhwerk: Salomon Runners

Wasserkonsum: 4 Liter

Inventar an Blessuren:

linker Fuss: 

Neu nach Abstieg: mittelgrosse Blase am Aussenrist hinten

Neu: eine kleine Blase auf vierter Zehe

rechter Fuss: 
Neu nach Abstieg: 1 mittelgrosse Blase am Aussenrist hinten

Heute morgen bin ich mit Francesco (40), Schauspieler aus Rom gestartet. Leider etwas verspätet, weil das Wasser in der Albergue erst am 7h kam und ich ohne Morgentoilette inkl Nassrassur nicht gerne abmarschiere. So sind Francesco und ich bei den letzten gewesen, die das Donativo verlassen haben nicht aber ohne mich vorher von Angela, dem guten Engel, zu verabschieden. 

Manuel hat leider noch geschlafen. So sind Francesco und ich gegen 7:45 zusammen losgegelaufen. Er hat mir davon ausführlich erzählt, wie er vor allem in Italien sehr beliebt in diversen TV Soap Serien spielt. Eine davon in “Don Mateu” spielt er den Capo an der Seite von Terrence Hill, der einen Pfarrer verkörpert. Diese Serie ist anscheinend so beliebt, dass im Moment schon die 10. Staffel gedreht wird. Daneben spielt er auch am Theater. Wir waren Mitten im Gespräch auf der Strasse abwärts nach Riego de Ambros Richtung Molinseca unterwegs, als mir plötzlich auffiel, dass ich ohne Stöcke unterwegs bin. Mist, diese hatte ich bei der Verabschiedung mit Angela in eine Ecke gestellt und bin dann ohne los. Was blieb mir anders übrig als die 20 Minuten wieder den Berg hoch zu laufen, um die Stöcke zu holen. Angela stand schon an der Türe und hat mich erwartet. Das war nun das zweite Ungeschick in zwei Tagen, das mich Zeit gekostet hat. Dabei gehe ich normalerweise vor Abmarsch eine kurze Checkliste durch, dass ich nichts vergesse. Bis anhin mit Erfolg.


Ich habe dann Francesco und die anderen Italiener bis zum Frühstück in Molinseca wieder eingeholt. 

Die einen machen schon am Morgen Kneipp Kur, um die Füsse zu kühlen

Danach bin ich wieder mit einem Gang höher alleine talabwärts nach Ponferrada, die letzte grössere Stadt vor Santiago. Der Weg dorthin ist zeitweise sehr steil und schwierig.  Die Gefahr besteht, dass man ein Fuss umknickt


Ponferrada ist Verwaltungssitz des Landkreises El Bierzo und das Klima sehr mild und angenehm.

Hier blühen auch schöne Gärten


Gegen Mittag bin ich dort angekommen und gleich auf das eindrückliche Castillo de los Templarios, die Burg der Tempelritter, in der Altstadt zugesteuert. 


Ich hatte Glück: eine neue Verordnung lässt alle Besuchde jeden Mittwoch freien Eintritt. Dementsprechend voller Besucher war die Templerburg. Trotzdem liess ich es mir während 2 Stunden nicht nehmen, die grosse Anlage zu besichtigen samt Rucksack. 


Erst gegen Schluss viel mir auf, dass ich einer der wenigen war, die mit Gepäck unterwegs waren die Burg zu besichtigen. 


Die Aussicht von der Burg ist toll


Sogar diese enge und steile Treppe hab ich mich mit Rucksack hochgekämpft

Nach der Besichtigung hab ich mir neben der Anlage mit schönem Ausblick ein währschaftliches Pilgermenü gegönnt (statt für € 9) eines für € 14 inkl zwei grosse Gläser Bier.

Ponferrada

Die Bautätigkeit der Templer am Castillo war um 1282 (also kurz vor Gründung der Eidgenossenschaft) abgeschlossen. Bis ins 20. Jh. wurde die rund 8’000 m2 grosse Anlage immer wieder aus- und umgebaut. Ernsthafte Schäden wurden 1923 durch Sprengungen für einen im inneren der Anlage geplanten Fussballplatz, zugeführt. Um 1200 fanden Tempelritter in einer Eiche eine einst vor dem Zugriff der maurischen Invasoren versteckte Skulptur der Maria mit Jesuskind. Das Jesuskind habe geschrien, erzählt die Legende, als man die Eiche habe fällen wollen.

Ich bin am Nachmittag durch die wunderschöne Gegend des Bezirks Bierzo gewandert. Schon am Morgen beim Abstieg fiel mir das angenehme an das Mittelmeerklima erinnernde auf. 

Bodegas machen auf sich aufmerksam 

Hier wächst wie im Rioja ausgezeichneter Wein, dementsprechend hat es sehr viele Rebanlagen. 

Aber auch Edelkastanien und Feigen wachsen in diesem bevorzugten milden Klima hervorragend. 

Auf dem Weg ans Etappenziel hab ich Sara, die Italienerin, an einem Bach in einem Waldstück ihre Füsse baden gesehen. Diese Wohltat wollte ich meinen Füssen nach über 30 km auch gönnen.

Gegen Abend bin ich dann im Etappenziel in Cacabelos angekommen und hab mir eine Einzel-Unterkunft im Hostal für € 25 gegönnt. 

Die Devise lautet nach wie vor

Im Hostal hab ich Pietro, den Anwalt aus Rom, wieder getroffen und haben zusammen gegessen und zur Party bei der Ankunft in Santiago abgemacht. 

Buenas noches!