26. Tag

In In Kürze:

Provinz: Autonome Region Galicien

24. Etappe von La Faba bis Triacastela

Wegstrecke: 26 km noch 140 km bis Santiago

Schritte gelaufen: 40’751

Gewicht geschätzt: Eigengewicht 84 kg / Zuladung (Rucksack) 13 kg / Total 97 kg

Höhenunterschied: 670 m Aufstieg und 910 m im Abstieg

Temperatur: morgens 6:30h nur 5 Grad / ab Mittag 33 Grad, ganzer Tag wolkenlos

Schuhwerk: Salomon Runners

Wasserkonsum: 4 Liter

Inventar an Blessuren:

linker Fuss: 
mittelgrosse Blase am Aussenrist hinten
eine kleine Blase auf vierter Zehe

rechter Fuss:

1 mittelgrosse Blase am Aussenrist hinten

Der Aufstieg ab La Faba kurz nach Sonnenaufgang bis zum O-Cebreiro-Pass ist nicht mehr so anstrengend wie am Vortag aber lohnenswert, denn die Aussicht ist einfach wunderbar und faszinierend!


Ich bin froh, dass ich schon gestern bis La Faba hochgestiegen bin. Diese Etappe ist eine der landschaftlich ergreifendsten. Was mir vor allem auffällt ist die 3-Dimensionalität gegenüber der Meseta wo alles nur flach war. Zudem ist hier alles viel grüner, farbiger und frischer. Ich spüre, dass ich mich hier wohler fühle. 


Ich bin heute morgen wieder alleine gestartet aber treffe schon kurz danach das junge Paar Stephan, 23, und seine Freundin Angi (23). Interessant sind die beiden deshalb, weil beide als Hochgebirgsjäger im österreichischen Bundesheer dienen. Stephan ist Vollblut Österreicher aber Angi ist Doppelbürgerin A/CH. Lustig ist auch, dass sich die beiden nicht in der Armee sondern traditionell in einer Disco kennen- und liebengelernt haben. Sie sind beide naturverbunden und schlafen ausnahmslos im mitgeführten Zelt. 


Die beiden gehen mit zügigem Schritt voraus aber ich kann gut folgen. Nachdem die Waldgrenze beim Aufstieg überwunden wird der Blick frei auf die umliegenden Berge. Dann begrüsst uns plötzlich der Grenzstein zur autonomen Provinz Galicien. 


Erst danach erreichen wir das denkmalgeschützte Dorf O-Cebreiro.


Angekommen auf dem O-Cebreiro-Pass trennen sich unsere Wege aber wir sind sicher, dass wir uns auf dem Camino wieder begegnen werden, weil wir ähnlich lange Strecke laufen.

Auf dem Pass treffe ich Sally, die schnelle Neuseeländerin. Sie hat auf dem Berg übernachtet und wartet nun auf eine Kollegin, die noch am aufsteigen ist. Wir trinken zusammen Kaffee und teilen news aus. Vermutlich wird Sally auch am nächsten Freitag in Santiago sein. 

 

Bis dann will ich zurück sein vom Kap Finisterre. Mein Plan ist bis am Dienstagabend nach Santiago zu wandern (eilen) und dann in drei Tagen ans Meer zum Cap Finisterre zu laufen. Am Freitagabend will ich dann mit dem Bus zurück von Finisterre nach Santiago fahren. Mein ehrgeiziger Plan bedeutet grosse Strecken und ich hoffe meine Beine und Füsse tragen mich soweit.

In diese Richtung liegt Santiago und weiter hinten Finisterre.

Leider gibt es auf dem Weg nach oben auch weniger Schönes zu sehen. Die Idee den Müll zu sammeln ist zwar lobenswert nur sollte die regelmässige Müllabfuhr geregelt sein 

Vom O-Cebreiro-Pass bin ich dann alleine die 3. Bergetappe gelaufen: zuerst auf die zweite Passhöhe San Roque  

…und von dort mit steilem und anstrengendem Aufstieg zum Alto do Pollo Pass auf 1’337 m. 

Hier geht es mit 18-20% Steigung hoch in der Mittagshitze bei 35+

Mit der Überwindung der letzten grossen Hürde sind die drei Bergetappen geschafft und der Weg nach Santiago sollte hoffentlich weniger anstrengend werden. Aber für mich werden die Etappen dafür eher länger, wenn ich meinen Plan einhalten will.

Unbeschreibliche schöne Ausblicke von hier oben


Hier der Blick zurück auf den O-Cebreiro Berg

Der Abstieg geht bekanntlich in die Knochen und bei mir vor allem in die Knie. Ich habe deshalb vorsorglich schon am Morgen meine Knieschoner angezogen. Gegen 16h bin ich müde aber glücklich in Triacastela eingetroffen und hab mich in einem Hostal einquartiert, geduscht und bin beim Hinlegen sofort eingeschlafen. Zum Glück weckte mich mein Hunger gegen 20h. So hab ich Pilgermenü gegessen, nebenbei Wäsche gemacht und am Blog geschrieben. Um 22:30 bin ich todmüde ins Bett und sofort eingeschlafen. 

Buenos noches!