31. Tag

In Kürze:

Provinz: Autonome Region Galicien

29. Etappe von Santiago de Compostela bis Negreira

Wegstrecke: 22 km noch 63 km bis Finisterre

Schritte gelaufen: 40’722

Gewicht geschätzt: Eigengewicht 84 kg / Zuladung (Rucksack) 13 kg / Total 97 kg

Höhenunterschied: 430 m Aufstieg und 530 m im Abstieg

Temperatur: morgens 6:30h 12 Grad / ab Mittag 33 Grad, Vormittag Nieselregen, Nachmittag: wolkenlos

Schuhwerk: Salomon Runners

Wasserkonsum: 4 Liter

Inventar an Blessuren:

linker Fuss: mittelgrosse Blase am Aussenrist hinten, eine kleine Blase auf vierter Zehe, kleine Blase an kleiner Zehe ist besser

rechter Fuss: eine mittelgrosse Blase am Aussenrist hinten

Ich habe um 8h die deutsche Pilgermesse besucht und bin dann frühstücken gegangen. Danach hab ich mich auf den Weg ans Ende der Welt gemacht, zum Cap Finisterre. Die Strecke soll 84 km lang und in 3 Tagen zu schaffen sein.

So starte ich alleine, wie üblich in den letzten Tagen. Was mir sofort auffällt, dass viel weniger Pilger unterwegs sind wie vorher. Wahrscheinlich nur die hartgesottenen Pilger machen sich zu Fuss auf nach Finisterre.

Hier in Galicien wird vieles galicisch angeschrieben 

Ab Santiago sind es 87 km nach Finisterre 


Nun heisst der Weg Camino de Fisterra


Zum ersten Mal in über vier Wochen erlebte ich heute morgen ganz feiner Nieselregen. Der war so fein, dass es sich nicht lohnte die Pelerine anzuziehen sondern es genügte meine leichte Joggingjacke. Die Temperatur war aber angenehm während des Nieselregens. Nach zwei Stunden war es wieder trocken und am Nachmittag war es wie seit eh und je wolkenlos und heiss. Man spürt, dass das Klima hier ähnlich wie am Mittelmeer ist.

Die gotische Brücke in Ponte Maceira wurde im 14. Jh. erbaut und im 18. Jh. restauriert.

Vielen nutzen die Hitze im kühlen Rio Tambre zu verbringen.

Die Stromschnellen sind allerdings nicht zu unterschätzen.

Die Dörfer sind hier in Galicien mit den typischen flachen Steinplatten ausgelegt 

Wegen der Hitze erfrische ich mich gerne an einem Brunnen. Der Kollege links ist schon 3 Monate unterwegs 

Mir gefällt es, dass viel weniger Pilger unterwegs sind. Schon nach kurzem spricht mich Günther, 45 Jahre, ein Deutscher Maschineningenieur aus Dortmund an. Wir unterhalten uns kurz und gehen dann jeder wieder seinen Weg.

Was mich besonders freut, wenn unterwegs “Donativo” mit frischen Getränken und Früchte von Kindern betreut werden. Klar, spendet man etwas, um ihr Taschengeld zu verbessern 

Zum Mittagessen hab ich mir heute ein Filet picante gegönnt. Das wird am Tisch selbst zubereitet und schmeckte köstlich 

Auch hier ist das Gelände nicht flach, sondern hügelig, abwechselnd Wald- und Feldwege. 


Deshalb sorgen die grossen Brunnen für Abkühlung. Man sieht sie überall und ich bin mir nicht sicher, ob diese früher für die Pilger zum waschen erstellt wurden 


Was es wirklich anstrengend macht, dass es auf und ab geht. Man muss sich vorstellen 4-5 mal pro Tag muss der Mutschellen von Dietikon nach Bremgarten oder die Lägern von Weiningen nach Regensdorf überquert werden. Klar gibt es zwischendurch Flache Partien, die sind aber meist in der prallen Sonne.


Ich bin gut vorwärts gekommen und hab mich unterwegs noch kurz mit zwei Südkoreaner unterhalten. Young Hyun (23) und Freundin Stella (22). Sie machen den Jakobsweg vor allem aus spirituellen Günden. In Südkorea leben ca. 15% Christen. Letztes Jahr hat eine bekannte südkoreanische Schrifststellerin ein Buch über den Jakobswg geschrieben. Das hat anscheinend einen Boom ausgelöst, denn es ist auffallend wie viele Südkoreaner unterwegs sind.


Ich bin relativ früh am Zielort angekommen und bin in einer privaten Aubergue eingekehrt, mit Kajütenbett unten.

Im Badezimmer hängt dieses Schild


Seltsam ist vor allem, dass ich morgens meistens alleine im Badzimmer bin. Ok ich rasiere mich nass und brauche deshalb etwas länger. Aber ob alle Männer morgens die Zähne putzen, bin ich mir nicht sicher.


Egal ich gehe früh zu Bett, weil ich zuwenig Schlaf in der letzten Nacht hatte.

Buenas noches