32. Tag

In Kürze:

Provinz: Autonome Region Galicien

30.  Etappe von Negreira bis Olveiroa 

Wegstrecke: 33 km noch 31 km bis Finisterre

Schritte gelaufen: 36’613

Gewicht geschätzt: Eigengewicht 84 kg / Zuladung (Rucksack) 13 kg / Total 97 kg

Höhenunterschied: 470 m Aufstieg und 360 m im Abstieg

Temperatur: morgens 6:30h 12 Grad / ab Mittag 33 Grad, Vormittag bedeckt aber trocken, Nachmittag: wolkenlos

Schuhwerk: Salomon Runners

Wasserkonsum: 4 Liter  

Inventar an Blessuren:

linker Fuss: mittelgrosse Blase am Aussenrist hinten heilt langsam, eine kleine Blase unten an zweiter Zehe, kleine Blase an kleiner Zehe ist besser

rechter Fuss: eine mittelgrosse Blase am Aussenrist hinten

Die Landschaft auf dieser Strecke ist recht reizvoll aber einsam. Der Weg führt durch hügeliges Hinterland und über Hochebenen der Region Xallas. Jetzt am frühen Morgen hat es vereinzelt Nebel. In der Nacht hat es geregnet aber jetzt ist es trocken. Viel Feuchtigkeit hängt in der Luft 


Ich starte alleine und komme durch weit verstreute kleine Siedlungen und Weiler mit nur wenigen Einwohnern aber zum Teil mächtigen Kastanien. Sie prägen das Bild dieser landwirtschaftlichen Region. Was mich erstaunt, dass auch hier auf den Bergkämmen grosse Windparks stehen und damit sicher auch in Galicien einen massgeblichen Beitrag zum Energiebedarf leisten. 

Der Weg führt heute ganz nah am Parque Eolico de Corzàn vorbei

Was mich in diesem Zusammenhang fast noch mehr erstaunt, dass ich auf dem ganzen Jakobsweg keine Solaranlagen gesehen habe. Dabei geniesst Spanien doch so viel Sonne wie nur wenige Länder in Europa. Aber vielleicht stehen die Solarzellen im Süden von Spanien.
Es sind auch heute wieder nur wenig Pilger unterwegs und es hat auch vergleichsweise nicht viele Einkehrmöglichkeiten. Deshalb pack ich genügend Wasser in meinen Rucksack. Das ständige auf und ab in diesem feucht-heissen Klima erfordert nach wie vor meine Kräfte. 

Der Weg führt entlang der Flanke des Berges O Sino

Die Landschaft ist wild romantisch und erinnert an die Bretagne mit einem Bach

…der einen kleinen Stausee den Embalse de Olveira füllt

Hier in dieser Gegend werden Korbflechtarbeiten sog “Cesteria” und ausgefallene Frauenhüte aus Stroh “Sombreros de paya” hergestellt. Leider sehe ich weder das eine noch das andere aber ich frage auch nicht danach. Bin aber trotzdem froh in dieser Hitze gegen 16h endlich in der privaten Aubergue in Olveiroa anzukommen. 

Hier gibt es nur die Aubergue Municipal der Xunta, diese ist aber ausgebucht und die private wo ich wohne. Diese ist gross und hat ein noch grösseres Restaurant mit einer guten Auswahl an Essen. Ich entscheide mich gegen das Pilgermenü und bestelle Gemüsesuppe gefolgt von Patatas pikante (scharf gewürzte Bratkartoffeln) und als Beilage Padron Piementos. Bin ich zum Vegetarier geworden? Wohl kaum aber heute schaff ich es ohne Fleisch problemlos. Zum Nachtisch Eiscreme. 

Abends gönne ich mir gerne 1-2 grosse Gläser Bier oder Rotwein aus der Region. Ich bin froh, dass ich nur noch 2x abends waschen muss. Zum Glück trocknet immer alles schnell ausser die doppelwandigen Jakobswegsocken. Diese trocknen aber in der Nacht in der trockenen Luft in den Schlafräumen der Herbergen schnell.

Ich schreibe noch am Blog und gehe relativ früh um 22h zu Bett, weil ich am nächsten Morgen früh starten will, damit ich kurz nach der Mittagszeit in Finisterre ankomme. Ich freue mich sehr.

Buenas noches!