Anreise mit Hürden

Gestern Freitag bin also von Zürich nach Paris geflogen. Leider konnte ich nicht den 16:50 Flug nehmen, weil noch zu viele Angelegenheiten ausstehend waren in letzter Minute erledigt zu werden. Meine Frau, sie arbeitet bei Swiss, hat mich dann kurzfristig auf den späteren Flug um 18:50 umgebucht. Leider mussten wir aber am Boden 40 Min ausharren, weil die Lotsen in Paris halbwegs streikten. Deshalb kam ich erst gegen 21h in Paris an und bin dann mit dem Schnellbus direkt zum Bahnhof Montparnasse gefahren. Dann bat ich den Busfahrer mir den Weg zum Hotel Aiglon am boulevard Raspail im schicken 14. Arrondissement, dass in der Nähe lag, zu erklären. Der gute Mann erklärte mir am einfachsten sei es mit der Metro 3 Stationen zu fahren, dann sei ich gleich dort. Ich tat wie empfohlen und musste dann feststellen, dass der boulevard Raspail sehr lang ist, die Metro Station am Anfang von Raspail endete und mein Hotel an der Nr 232 also am anderen Ende liegt. So durfte ich schätzungsweise 2-3 km den Boulevard zurück Richtung Montparnasse laufen. Die ganze Reise mit der Metro und der Fussmarsch dauerte gut eine Stunde. Wenn ich vom Busbahnhof Montparnasse direkt zum Hotel gelaufen wäre ich 10 Min. unterwegs gewesen. So kam ich erst gegen 23h im Hotel an.

Weil ich hungrig war fragte ich den Nachtportier wo ich noch etwas essen finden kann. Ganz in der Nähe gab es drei bekannte Brasserien wovon zwei noch geöffnet hatten. Ich entschied mich für die hellbeleuchte la Rotonde Brasserie, die zur später Stunde, es war kurz vor Mitternacht, noch gut besucht war. Ich sass mich also an einen Tisch und bemerkte, dass viele Gäste um mich herum Escargots (Schnecken) genossen. Ich konnte mich auch nicht zurückhalten und bestellte ein halbes Duzend zur Vorspeise und Gambas (Riesenkrevetten) zur Hauptspeise. Zum Essen gönnte ich mir 2 Gläser Bordeaux und zum Abschluss des Tages genoss ich feinen chèvre ( Ziegenkäse). So bin ich dann todmüde aber glücklich kurz nach 1h ins Bett gesunken. Leider wurde ich mitten in der Nacht durch leichte Bauchschmerzen geweckt. Ich dachte mir, dass war wohl das üppige Essen, das ich nicht mehr gewohnt war und bin dann wieder eingeschlafen.


Um 7h hab ich meinen Wecker gestellt und bin nach dem Duschen zum Frühstück eine Etage tiefer mit dem Wissen, dass ich genügend Zeit haben werde, weil mein TGV erst um 9:25 abfuhr. Kaum hatte ich Kaffee und Orangensaft getrunken und Rührei gegessen plagten mich richtig heftige Bauchkrämpfe und Übelkeit. Diese waren so heftig, dass ich fluchtartig das Frühstückzimmer verlassen musste und  meine Toilette im Zimmer aufsuchen. Während über 1 Stunde war ich mit Durchfall und Erbrechen an die Toilette gefesselt und wollte danach nochmals duschen. Die Schnecken und Gambas vom Vorabend liessen grüssen.Durch den unvorgesehenen Zwischenfall wurde die Zeit plötzlich knapp. Statt gemütlich zum Bahnhof zu Fuss unterwegs zu sein, musste ich ein Taxi rufen. Dieser kam zum Glück sofort und fuhr mich wie ein Verrückter über Rotlichter und nicht nur vor den Bahnhof sondern direkt an Perron. Nur dank ihm hab ich meinen Zug erwischt. Meinetwegen, bildete ich mir ein, wegen meinem grossen Gepäck und vielleicht weil eine Jakobsweg Muschel meinen Rucksack schmückte verspätete sich sogar der TGV um 1 Minute. Eines möchte ich hier festhalten: ich erfuhr überall Hilfe: beim Waggon und reservierten Sitzplatz finden, beim  Gepäck verstauen, echte Hilfe und Solidarität spürte ich überall. 

Frankreich steht nach dem Terroranschlag in Nizza wieder unter Schock und im Ausnahmezustand! Aber die Franzosen sind in der Trauer geeint und entschlossen dem Terror zu trotzen, das macht sie stark und sympathisch. 

Egalité , Liberté & Fraternité!

Vive la France!

Die Zugreise nach Bordeaux im TGV verlief dann auch für meinen Bauch ruhig. Leider hatte ich dann mit dem Anschlusszug nach Bayonne Pech. Dieser fuhr nicht planmässig nach 10 Min sondern verspätete sich zuerst 20 Min. dann 38 Min. und schliesslich um über eine Stunde. Das hatte zur Folge, dass ich den Anschlusszug in Bayonne an meinen Startort St. Jean Pied de Port (SJPDP) verpasste. Hier hat sich die SNCF aber nicht Lumpen lassen und organisierte kurzerhand einen Ersatzbus, weil der nächste Zug erst um 18:30 also über 2 Std später gefahren wäre. Was mich am meisten erstaunte: der Busfahrer musste zuerst in einen im Bus fest installierten Alkoholtester blasen…erst danach konnte er den Motor starten.

So bin ich dann um 17:30 in SJPDP, diesem malerischen Dorf in den franz. Pyrenäen eingetroffen. Ich bin dann zuest zum offiziellen Pilgerbüro wo mein bereits aus der Schweiz mitgebrachter Pilgerpass abgestempelt wurde und hab dort viele wertvolle Infos zum bevorstehen  Weg und Unterkünfte vor Ort und auf dem Weg erhalten. 

Interessant zu wissen:                                Alle dort Arbeitenden sind Freiwillige aus allen Herren Länder: Deutschland, Holland, USA, Chile, Arentinien, Österreich, Italien, Frankreich etc.


Dann hab ich mir eine Unterkunft gesucht. Leider gab es keine Einzelzimmer mehr, so musste ich in einem 4-Bett-Zimmer mit je 2 Kajüttenbetten Vorlieb nehmen, aber zum Glück konnte ich  unten schlafen. Dann gönnte ich mir ein gutes Nachtessen aber war vorsichtig was ich ass. Am nächsten Morgen früh um 6h ging es dann los